Junger Mungo: Aufzucht
Einen jungen Mungo gefunden? Was tun und warum Sie ihn nicht freilassen dürfen
Auf Mljet, Korčula, Pelješac und in Teilen Süddalmatiens finden Menschen manchmal einen jungen Mungo am Wegesrand, im Garten oder in einer Trockenmauer und fragen mich, wie sie ihn aufziehen können. Dieser Beitrag ist etwas anders als die anderen Aufzucht-Beiträge auf unserer Website. Der Kleine Mungo (Herpestes auropunctatus, in älterer Literatur Herpestes javanicus) ist in Kroatien eine invasive gebietsfremde Art, deshalb gelten für ihn nicht dieselben Regeln wie für einen jungen Igel oder ein Eichhörnchen. Hier lesen Sie ehrlich, was Sie tun dürfen und was nicht, wenn Sie einen jungen Mungo finden.
Wie erkennt man einen jungen Mungo?
Der Mungo ist ein kleines, schlankes Raubtier mit langgestrecktem Körper, kurzen Beinen und einem langen, buschigen Schwanz, der sich zur Spitze hin verjüngt. Er hat eine spitze Schnauze, kurze runde Ohren und graubraunes Fell mit feinen goldenen Sprenkeln. Die Jungen sehen aus wie verkleinerte Erwachsene, nur mit weicherem Fell.
Man kann ihn leicht mit einem jungen Marder oder Wiesel verwechseln, die bei uns heimisch sind. Der Marder hat dunkleres Fell und einen hellen Kehlfleck, das Wiesel ist kleiner, oben rotbraun und unten weiß. Wenn Sie nicht sicher sind, um welches Tier es sich handelt, fotografieren Sie es und schicken Sie das Foto an einen Tierarzt oder einen Tierschutzverein, bevor Sie etwas unternehmen – denn mit heimischen Arten wird ganz anders verfahren.
Ist der junge Mungo wirklich allein?
Das Mungoweibchen bringt mehrere Junge in einem Versteck zur Welt, meist in einem Erdloch, unter Steinen, in einer Trockenmauer oder in dichtem Gestrüpp. Nach etwa zehn Tagen öffnen sich ihre Augen, und mit drei bis vier Wochen kommen sie heraus und erkunden die Umgebung, während die Mutter in der Nähe ist. Die Mutter trägt sie auch von einem Versteck ins andere.
Ein Jungtier, das nicht verletzt ist und sich in der Nähe seines Verstecks aufhält, ist sehr wahrscheinlich nicht verlassen. In diesem Fall sollten Sie es weder anfassen noch mitnehmen. Entfernen Sie sich; den Fund können Sie den zuständigen Stellen melden, wie weiter unten beschrieben. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie selbst Wildtiere einfangen.
Warum darf man einen Mungo weder freilassen noch umsiedeln?
Der Mungo wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auf unseren Inseln eingeführt, zuerst auf Mljet, um die Zahl der Hornottern zu verringern. Das erwies sich als großer Fehler. Der Mungo frisst fast alles, was er erwischt: Reptilien, Amphibien, kleine Säugetiere, Insekten, Eier und Bodenbrüter – und bedroht damit ernsthaft die Inselarten. Von Mljet aus hat er sich auf Pelješac, Korčula, Hvar, Čiovo und andere Inseln sowie weiter aufs Festland und in die Nachbarländer ausgebreitet.
Deshalb steht er auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung der Europäischen Union. Nach europäischen und kroatischen Vorschriften dürfen solche Arten nicht:
- in die Natur freigelassen werden, weder am Fundort noch anderswo,
- zu Hause als Haustiere gehalten, gezüchtet oder vermehrt werden,
- transportiert, verkauft, verschenkt oder getauscht werden.
Nehmen Sie ihn auch nicht mit ins Auto oder aufs Boot, selbst in guter Absicht – denn genau so, als „blinder Passagier“, breitet sich der Mungo in neue Gebiete aus. Jeden Transport, auch die Fahrt zum Tierarzt, sprechen Sie mit den zuständigen Stellen ab.
Der junge Mungo ist verletzt oder Sie haben ihn schon mitgenommen: Wie bringt man ihn vorübergehend unter?
Wenn Sie das Jungtier bereits nach Hause gebracht haben oder es offensichtlich verletzt und in akuter Gefahr ist, versorgen Sie es sicher und vorübergehend – nur so lange, bis Sie Anweisungen erhalten:
- fassen Sie es nur mit dicken Handschuhen an oder heben Sie es mit einem Handtuch hoch, denn auch junge Mungos beißen schnell und kräftig,
- setzen Sie es in einen stabilen, gut verschlossenen Karton oder eine Transportbox mit Luftlöchern; Mungos sind geschickte Ausbrecher und zwängen sich durch sehr kleine Öffnungen,
- legen Sie den Karton mit einem Handtuch aus und stellen Sie ihn in einen ruhigen, abgedunkelten Raum, getrennt von Kindern und Haustieren,
- ist das Jungtier kalt, wärmen Sie es mit einer in ein Handtuch gewickelten Wärmflasche unter einem Teil des Kartons, damit es wegrücken kann.
Füttern und tränken Sie es nicht, solange es kalt ist, und geben Sie ihm niemals Kuhmilch. Wenn nicht sofort Hilfe kommen kann, fragen Sie einen Tierarzt, ob und was Sie ihm geben dürfen. Mungos werden nicht zu Hause aufgezogen, deshalb gebe ich hier bewusst keine Anleitung für die langfristige Aufzucht.
An wen wendet man sich, wenn man einen Mungo findet?
Wenn Sie einen jungen Mungo finden, wenden Sie sich an eine der folgenden Stellen:
- einen Tierarzt, besonders wenn das Jungtier verletzt oder krank ist oder von einem Hund oder einer Katze angegriffen wurde,
- das Državni inspektorat (Staatliches Inspektorat), genauer gesagt die Naturschutzinspektion, die den Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten überwacht,
- die öffentliche Naturschutzeinrichtung Ihrer Gespanschaft,
- Sie können den Fund auch über die offizielle App und Website zu invasiven Arten in Kroatien melden, die vom für Naturschutz zuständigen Ministerium betrieben werden.
In Kroatien zählt der Mungo zugleich zum jagdbaren Wild, daher können Sie den Fund auch dem Jagdausübungsberechtigten in diesem Gebiet melden. Eine Liste mit Kontakten von Tierschutzvereinen und Wildtierauffangstationen finden Sie auf unserer Website; dort hilft man Ihnen, die richtige Anlaufstelle zu finden.
Was geschieht danach mit dem jungen Mungo?
Ich will ehrlich sein, denn ich finde, die Menschen verdienen es, die Wahrheit zu erfahren. Über das Schicksal des Mungos entscheiden die zuständigen Stellen und der Tierarzt, nicht die Person, die ihn gefunden hat. Ein Mungo wird weder in die Natur zurückgebracht noch als Haustier vermittelt. Je nach den Umständen kann das auch eine schmerzlose Tötung durch den Tierarzt bedeuten, ohne Leiden für das Tier.
Ich weiß, dass das schwer zu akzeptieren ist, wenn man ein kleines, hilfloses Geschöpf in den Händen hält. Aber jeder Mungo, der in die Natur gelangt, bedeutet weniger Eidechsen, Schlangen, Frösche und Vögel, und Inselarten können oft nirgendwohin ausweichen. Die Sorge um die Natur verlangt manchmal auch solche Entscheidungen.
Kann ein Mungo Krankheiten auf Menschen und Haustiere übertragen?
Der Mungo kann Tollwut, Leptospirose und Trichinellose übertragen und trägt außerdem Flöhe und Zecken. Fassen Sie ihn deshalb nie mit bloßen Händen an, lassen Sie Kinder nicht mit ihm spielen und halten Sie ihn von Hunden und Katzen fern. Waschen Sie sich nach jedem Kontakt, auch mit Handschuhen, gründlich die Hände mit Seife. Wenn er Sie beißt oder kratzt, spülen Sie die Wunde sofort gründlich mit Seife und Wasser aus und gehen Sie zum Arzt, der beurteilt, ob ein Tollwutschutz nötig ist. Hatte ein Hund Kontakt mit einem Mungo, informieren Sie Ihren Tierarzt.
Fazit: Helfen Sie dem Mungo, indem Sie ihn den zuständigen Stellen überlassen
Einen jungen Mungo, der nicht verletzt ist, sollten Sie weder anfassen noch mitnehmen. Ist er verletzt oder haben Sie ihn schon mitgenommen, setzen Sie ihn in einen stabilen, geschlossenen Karton an einen warmen, ruhigen Ort, fassen Sie ihn nur mit Handschuhen an und wenden Sie sich sofort an einen Tierarzt oder die zuständigen Stellen. Lassen Sie ihn niemals frei und bringen Sie ihn nicht an einen anderen Ort. So schützen Sie sich selbst und unsere heimische Natur.

