Salmonellose bei Vögeln: Paratyphus der Tauben, Finken an Futterstellen und Schutz des Menschen

Die Salmonellose ist eine bakterielle Krankheit, die durch Bakterien der Gattung Salmonella verursacht wird. Sie befällt Tauben, Geflügel, Heimvögel und Wildvögel; bei Tauben ist sie als Paratyphus bekannt. Im Winter kann sie an Futterstellen ein Massensterben von Singvögeln verursachen. Die Salmonellose ist auch auf Menschen übertragbar, daher ist Hygiene hier genauso wichtig wie die Behandlung.

Wie stecken sich Vögel mit Salmonellen an?

Das Bakterium wird mit dem Kot ausgeschieden. Vögel stecken sich meist an, wenn sie Futter fressen oder Wasser trinken, das mit dem Kot eines infizierten Vogels verunreinigt ist. Bei Tauben und Geflügel kann das Bakterium auch ins Ei gelangen, sodass die Jungen schon in den ersten Lebenstagen erkranken.

Ein großes Problem sind Keimträger: Vögel, die die Krankheit überstanden haben oder sie ohne Symptome tragen und das Bakterium zeitweise ausscheiden, besonders unter Stress. Die Ausbreitung begünstigen:

  • schmutzige Futterstellen und Tränken,
  • nasses, schimmeliges oder mit Kot verunreinigtes Futter,
  • Überbelegung und viele Vögel auf engem Raum,
  • Nagetiere, die an das Vogelfutter gelangen.

Paratyphus bei Tauben und Symptome bei anderen Vögeln

Bei Tauben kann sich die Krankheit in mehreren Formen zeigen, die sich oft überschneiden:

  • Darmform: Durchfall, schleimiger, grünlicher, übelriechender Kot, verschmutzte Federn um die Kloake, Gewichtsverlust,
  • Gelenkform: geschwollenes Flügelgelenk, meist der Ellbogen, sodass der Flügel hängt, oder geschwollenes Beingelenk und Lahmen,
  • nervöse Form: verdrehter Hals, Zurückwerfen oder Zucken des Kopfes, Gleichgewichtsverlust, Umfallen,
  • bei Jungtieren: Absterben im Ei oder in den ersten Tagen nach dem Schlupf.

Bei Geflügel und Heimvögeln sieht man meist Aufplustern, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, vermehrten Durst, gelblichen oder grünlichen Durchfall, entzündete und tränende Augen sowie Gewichtsverlust. Bei jungen Küken und Nestlingen kann die Krankheit schnell tödlich enden.

Salmonellose bei Finken an Winterfutterstellen

Im Winter, wenn sich viele Vögel an Futterstellen sammeln, verbreiten sich Salmonellen leicht über gemeinsames, mit Kot verunreinigtes Futter. Am häufigsten betroffen sind Grünfinken, Erlenzeisige, Gimpel und Spatzen. Ein kranker Vogel ist aufgeplustert, sitzt im Futterhaus oder auf dem Boden darunter, frisst langsam und fliegt nicht weg, wenn man sich nähert. Ein ähnliches Bild zeigen auch einige andere Krankheiten, zum Beispiel die Trichomonose.

Wenn Sie an einer Futterstelle einen kranken oder toten Vogel sehen:

  • stellen Sie die Fütterung für zwei bis drei Wochen ein, damit sich die Vögel verteilen,
  • waschen und desinfizieren Sie Futterhäuser und Tränken gründlich, spülen Sie sie dann ab und lassen Sie sie trocknen,
  • entfernen Sie Futterreste und Kot unter dem Futterhaus,
  • stellen Sie danach mehrere kleinere Futterstellen mit Abstand zueinander auf und reinigen Sie sie regelmäßig,
  • halten Sie Katzen fern, denn sie können sich beim Fangen kranker Vögel anstecken.

Tote Vögel nur mit Handschuhen oder durch eine übergestülpte Tüte entfernen.

Wann sollten Sie sofort zum Tierarzt?

  • Der Vogel sitzt aufgeplustert da, frisst und trinkt nicht.
  • Er hat wässrigen, blutigen oder sehr übel riechenden Kot.
  • Ein Flügel hängt herab oder ein Gelenk ist geschwollen.
  • Er verdreht den Hals, verliert das Gleichgewicht oder fällt um.
  • Mehrere Vögel erkranken oder sterben innerhalb kurzer Zeit.

Bringen Sie einen kranken Wildvogel zum Tierarzt oder in eine Wildtierauffangstation, denn Wildvögel sind geschützt und dürfen nicht lange zu Hause gehalten werden.

Diagnose und Behandlung

Der Tierarzt weist Salmonellen durch eine Kotuntersuchung oder einen Kloakenabstrich nach, bei toten Vögeln durch eine Sektion. Wichtig ist auch ein Antibiogramm, das zeigt, welches Antibiotikum gegen genau diesen Erreger wirkt.

Antibiotikum und Behandlungsdauer verordnet der Tierarzt, meist für den ganzen Bestand. Nach der Behandlung wird eine Kontrolluntersuchung empfohlen, da Vögel Dauerausscheider bleiben können. Für Tauben gibt es auch eine Impfung – lassen Sie sich dazu vom Tierarzt beraten. Eine Behandlung ohne Untersuchung und auf eigene Faust verschleiert die Krankheit oft nur.

Erste Hilfe und Verhindern der Ausbreitung

  • Setzen Sie den kranken Vogel getrennt in einen warmen, dunklen und ruhigen Karton oder Käfig.
  • Bieten Sie eine flache Schale mit Wasser an, flößen Sie aber kein Wasser in den Schnabel ein und füttern Sie nicht zwangsweise.
  • Wechseln Sie Sand und Einstreu täglich und spülen Sie die Näpfe mit heißem Wasser.
  • Halten Sie neue Tauben und neues Geflügel einige Wochen lang getrennt.
  • Lagern Sie Futter trocken und vor Nagetieren geschützt.

Ist Salmonellose für Menschen gefährlich?

Ja. Beim Menschen verursachen Salmonellen meist eine Magen-Darm-Infektion: Durchfall, Bauchkrämpfe, Fieber und Erbrechen. Am anfälligsten sind Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

  • Reinigen Sie Futterhäuser, Käfige und Taubenschläge mit Handschuhen.
  • Waschen Sie sich nach jedem Kontakt mit Vögeln, Kot oder Futterhaus gründlich die Hände.
  • Spülen Sie Futterhäuser nicht in der Küchenspüle.
  • Kehren Sie Kot nicht trocken zusammen und wirbeln Sie keinen Staub auf.
  • Garen Sie Eier aus eigener Geflügelhaltung gut durch.
  • Wenn Sie Durchfall mit Fieber oder grippeähnliche Beschwerden bekommen, gehen Sie zum Arzt und sagen Sie, dass Sie Kontakt mit Vögeln hatten.

Fazit

Salmonellose wird über verunreinigtes Futter und Wasser verbreitet, daher sind saubere Futterstellen, Tränken und Unterkünfte der beste Schutz. Isolieren Sie den Vogel bei den ersten Krankheitszeichen, suchen Sie einen Tierarzt auf und achten Sie auf Ihre eigene Hygiene.