Die Salmonellose ist eine bakterielle Krankheit, die durch Bakterien der Gattung Salmonella verursacht wird. Sie befällt Tauben, Geflügel, Heimvögel und Wildvögel; bei Tauben ist sie als Paratyphus bekannt. Im Winter kann sie an Futterstellen ein Massensterben von Singvögeln verursachen. Die Salmonellose ist auch auf Menschen übertragbar, daher ist Hygiene hier genauso wichtig wie die Behandlung.
Das Bakterium wird mit dem Kot ausgeschieden. Vögel stecken sich meist an, wenn sie Futter fressen oder Wasser trinken, das mit dem Kot eines infizierten Vogels verunreinigt ist. Bei Tauben und Geflügel kann das Bakterium auch ins Ei gelangen, sodass die Jungen schon in den ersten Lebenstagen erkranken.
Ein großes Problem sind Keimträger: Vögel, die die Krankheit überstanden haben oder sie ohne Symptome tragen und das Bakterium zeitweise ausscheiden, besonders unter Stress. Die Ausbreitung begünstigen:
Bei Tauben kann sich die Krankheit in mehreren Formen zeigen, die sich oft überschneiden:
Bei Geflügel und Heimvögeln sieht man meist Aufplustern, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, vermehrten Durst, gelblichen oder grünlichen Durchfall, entzündete und tränende Augen sowie Gewichtsverlust. Bei jungen Küken und Nestlingen kann die Krankheit schnell tödlich enden.
Im Winter, wenn sich viele Vögel an Futterstellen sammeln, verbreiten sich Salmonellen leicht über gemeinsames, mit Kot verunreinigtes Futter. Am häufigsten betroffen sind Grünfinken, Erlenzeisige, Gimpel und Spatzen. Ein kranker Vogel ist aufgeplustert, sitzt im Futterhaus oder auf dem Boden darunter, frisst langsam und fliegt nicht weg, wenn man sich nähert. Ein ähnliches Bild zeigen auch einige andere Krankheiten, zum Beispiel die Trichomonose.
Wenn Sie an einer Futterstelle einen kranken oder toten Vogel sehen:
Tote Vögel nur mit Handschuhen oder durch eine übergestülpte Tüte entfernen.
Bringen Sie einen kranken Wildvogel zum Tierarzt oder in eine Wildtierauffangstation, denn Wildvögel sind geschützt und dürfen nicht lange zu Hause gehalten werden.
Der Tierarzt weist Salmonellen durch eine Kotuntersuchung oder einen Kloakenabstrich nach, bei toten Vögeln durch eine Sektion. Wichtig ist auch ein Antibiogramm, das zeigt, welches Antibiotikum gegen genau diesen Erreger wirkt.
Antibiotikum und Behandlungsdauer verordnet der Tierarzt, meist für den ganzen Bestand. Nach der Behandlung wird eine Kontrolluntersuchung empfohlen, da Vögel Dauerausscheider bleiben können. Für Tauben gibt es auch eine Impfung – lassen Sie sich dazu vom Tierarzt beraten. Eine Behandlung ohne Untersuchung und auf eigene Faust verschleiert die Krankheit oft nur.
Ja. Beim Menschen verursachen Salmonellen meist eine Magen-Darm-Infektion: Durchfall, Bauchkrämpfe, Fieber und Erbrechen. Am anfälligsten sind Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Salmonellose wird über verunreinigtes Futter und Wasser verbreitet, daher sind saubere Futterstellen, Tränken und Unterkünfte der beste Schutz. Isolieren Sie den Vogel bei den ersten Krankheitszeichen, suchen Sie einen Tierarzt auf und achten Sie auf Ihre eigene Hygiene.