Das Paramyxovirus Typ 1 (PMV-1) ist eine der schwersten Viruserkrankungen bei Vögeln. Bei Geflügel verursacht es die Newcastle-Krankheit, bei Tauben tritt eine eigene Taubenvariante des Virus (PPMV-1) auf. Die Krankheit greift Verdauungs- und Nervensystem an und breitet sich schnell unter Vögeln aus. In Kroatien ist sie meldepflichtig und muss dem Veterinärdienst gemeldet werden.
Erreger ist das aviäre Paramyxovirus Typ 1. Es gibt unterschiedlich starke Stämme: Manche verursachen leichte Beschwerden, andere ein Massensterben beim Geflügel. Die Taubenvariante befällt vor allem Tauben, sowohl Stadt- als auch Zuchttauben, kann aber auch auf Geflügel und andere Vögel übertragen werden.
Das Virus verbreitet sich:
Von der Ansteckung bis zu den ersten Anzeichen vergehen meist einige Tage bis zwei Wochen. Ein Vogel kann das Virus schon ausscheiden, bevor er sichtbar krank wird, daher fällt die Krankheit im Bestand oft erst auf, wenn bereits mehrere Vögel infiziert sind.
Bei Tauben beginnt die Krankheit meist mit Verdauungsstörungen, nach einigen Tagen folgen neurologische Anzeichen. Bei Geflügel überwiegen je nach Virusstamm Atemwegs- oder neurologische Anzeichen, Legeleistungsabfall und plötzliche Todesfälle.
Allgemeine und Verdauungsanzeichen:
Neurologische Anzeichen:
Atemwegs- und sonstige Anzeichen (häufiger bei Geflügel):
Wenden Sie sich unverzüglich an einen Tierarzt, wenn Sie Folgendes bemerken:
Rufen Sie vor dem Besuch in der Praxis an und sagen Sie, dass Sie eine ansteckende Krankheit vermuten. So kann man sich vorbereiten und verhindern, dass sich das Virus auf andere Vögel im Wartezimmer ausbreitet.
Die Newcastle-Krankheit, also die Infektion mit dem Paramyxovirus Typ 1, ist in Kroatien meldepflichtig. Wenn Sie die Krankheit bei Tauben oder Geflügel vermuten, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder die Veterinärinspektion, die das weitere Vorgehen festlegt.
Fassen Sie kranke oder tote Wildvögel, auch Stadttauben, nicht mit bloßen Händen an. Notieren Sie den Fundort und melden Sie ihn dem Veterinärdienst oder der Veterinärinspektion.
Die Diagnose lässt sich nicht allein anhand der Symptome stellen, da auch Salmonellose, Vergiftungen oder Vitamin-B-Mangel ähnliche Anzeichen hervorrufen. Der Tierarzt nimmt einen Rachen- oder Kloakenabstrich bzw. eine Kotprobe, und die Krankheit wird durch eine Laboruntersuchung bestätigt.
Ein Medikament, das das Paramyxovirus abtötet, gibt es nicht. Die Behandlung ist unterstützend: Man hilft dem Vogel zu überleben, während sein Körper gegen das Virus kämpft. Der Tierarzt kann Medikamente gegen bakterielle Begleitinfektionen, Elektrolyte und Vitaminpräparate verschreiben. Viele Tauben überleben bei guter Pflege, doch die Genesung dauert Wochen, manchmal mehrere Monate. Ein verdrehter Hals kann zurückbleiben oder bei Stress wiederkehren.
Erste Hilfe und Pflege:
Die meisten Wildvögel in Kroatien sind gesetzlich geschützt. Übergeben Sie einen kranken Wildvogel einem Tierarzt oder einer Wildtierauffangstation, denn er darf nicht über längere Zeit zu Hause gehalten werden.
Das Risiko für Menschen ist gering. Bei Personen, die engen Kontakt mit großen Virusmengen haben, etwa bei der Arbeit mit infiziertem Geflügel, kann selten eine vorübergehende Bindehautentzündung auftreten. Schützen Sie sich trotzdem:
Wenn Sie nach Kontakt mit kranken Vögeln rote, entzündete Augen oder grippeähnliche Symptome bekommen, gehen Sie zum Arzt und sagen Sie ihm, dass Sie Kontakt mit kranken Vögeln hatten.
Das Paramyxovirus ist eine ernste und hoch ansteckende Krankheit, doch viele Vögel überleben mit ruhiger, warmer Pflege und tierärztlicher Hilfe. Am wichtigsten ist es, einen kranken Vogel sofort abzusondern, einen Verdacht dem Tierarzt zu melden und Tauben und Geflügel regelmäßig zu impfen.