Megabakteriose, fachlich Makrorhabdiose, ist eine Magenerkrankung, die am häufigsten Wellensittiche betrifft. Lange hielt man den Erreger für ein großes Bakterium – daher der Name „Megabakterie“ –, heute weiß man jedoch, dass es sich um den Hefepilz Macrorhabdus ornithogaster handelt. Die Krankheit verläuft typischerweise chronisch: Der Vogel magert langsam ab, obwohl er scheinbar frisst. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Macrorhabdus lebt im Drüsenmagen des Vogels, am Übergang zum Muskelmagen. Dort schädigt er die Schleimhaut, stört die Magensäurebildung und die Verdauung und verursacht in schweren Fällen Geschwüre und Blutungen.
Neben Wellensittichen tritt die Krankheit auch bei Nymphensittichen, Unzertrennlichen, Kanarienvögeln, Finken und anderen kleinen Vögeln auf und wurde auch bei Geflügel beschrieben.
So wird sie übertragen:
Viele Vögel tragen den Erreger jahrelang ohne Krankheitszeichen in sich. Die Krankheit bricht aus, wenn der Vogel geschwächt ist, etwa durch Stress, schlechte Ernährung, einen Umzug, Überbelegung oder eine andere Krankheit.
Das typischste Anzeichen ist das, was Züchter „Dahinschwinden“ nennen: allmähliches Abmagern, obwohl der Vogel frisst oder zumindest ständig Körner entspelzt. Das Brustbein tritt immer deutlicher hervor, und die Muskulatur daneben schwindet.
Anzeichen im Verdauungstrakt:
Allgemeine Anzeichen:
Die Krankheit kann monatelang andauern, aber auch plötzlich tödlich enden, besonders wenn es zu einer Magenblutung kommt.
Der Erreger wird durch mikroskopische Untersuchung von frischem Kot nachgewiesen, in dem die typischen langen, stäbchenförmigen Organismen zu sehen sind. Der Vogel scheidet ihn nicht ständig aus, daher schließt ein negativer Befund die Krankheit nicht aus, und die Untersuchung wird manchmal wiederholt. Der Tierarzt kann auch ein Röntgenbild oder Blutuntersuchungen machen, um den Zustand des Vogels zu beurteilen. Bei einem toten Vogel lässt sich die Diagnose durch eine Sektion sicher stellen, was sinnvoll ist, wenn Sie einen Bestand halten.
Da der Erreger ein Hefepilz und kein Bakterium ist, helfen Antibiotika nicht. Der Tierarzt verschreibt ein Antimykotikum, meist Amphotericin B, das über einen längeren Zeitraum eingegeben wird, manchmal auch andere Antimykotika. Die Behandlung muss vollständig durchgeführt werden, da die Krankheit sonst leicht wiederkehrt. Der Tierarzt erklärt Ihnen, wie und wie lange Sie das Medikament geben, und zeigt Ihnen, wie Sie den Vogel ohne unnötigen Stress halten.
Wichtig sind außerdem unterstützende Therapie, leicht verdauliches Futter und gute Hygiene. Bei stark erschöpften Vögeln kann der Tierarzt Flüssigkeit und Nahrung per Sonde geben. Die Genesung verläuft bei bereits stark abgemagerten Vögeln langsamer, und manche bleiben dauerhaft Träger.
Megabakteriose ist nicht als auf den Menschen übertragbare Krankheit bekannt, dennoch sollten Sie sich nach dem Umgang mit Vögeln immer die Hände waschen.
Megabakteriose ist eine Magenerkrankung, die von einem Hefepilz und nicht von einem Bakterium verursacht wird und am häufigsten Wellensittiche betrifft. Ein Vogel, der trotz Fressens abmagert und in dessen Kot ganze Körner zu sehen sind, sollte so schnell wie möglich zur Kotuntersuchung zum Tierarzt. Quarantäne, Hygiene und Gewichtskontrolle sind der beste Schutz für den Bestand.