Megabakteriose bei Vögeln: Ursachen, Symptome und Behandlung

Megabakteriose, fachlich Makrorhabdiose, ist eine Magenerkrankung, die am häufigsten Wellensittiche betrifft. Lange hielt man den Erreger für ein großes Bakterium – daher der Name „Megabakterie“ –, heute weiß man jedoch, dass es sich um den Hefepilz Macrorhabdus ornithogaster handelt. Die Krankheit verläuft typischerweise chronisch: Der Vogel magert langsam ab, obwohl er scheinbar frisst. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Wie entsteht Megabakteriose?

Macrorhabdus lebt im Drüsenmagen des Vogels, am Übergang zum Muskelmagen. Dort schädigt er die Schleimhaut, stört die Magensäurebildung und die Verdauung und verursacht in schweren Fällen Geschwüre und Blutungen.

Neben Wellensittichen tritt die Krankheit auch bei Nymphensittichen, Unzertrennlichen, Kanarienvögeln, Finken und anderen kleinen Vögeln auf und wurde auch bei Geflügel beschrieben.

So wird sie übertragen:

  • über den Kot eines infizierten Vogels, der ins Futter und Wasser gelangt;
  • von den Eltern auf die Küken beim Füttern aus dem Kropf;
  • durch das Einsetzen eines neuen Vogels in den Bestand ohne Quarantäne.

Viele Vögel tragen den Erreger jahrelang ohne Krankheitszeichen in sich. Die Krankheit bricht aus, wenn der Vogel geschwächt ist, etwa durch Stress, schlechte Ernährung, einen Umzug, Überbelegung oder eine andere Krankheit.

Symptome der Megabakteriose

Das typischste Anzeichen ist das, was Züchter „Dahinschwinden“ nennen: allmähliches Abmagern, obwohl der Vogel frisst oder zumindest ständig Körner entspelzt. Das Brustbein tritt immer deutlicher hervor, und die Muskulatur daneben schwindet.

Anzeichen im Verdauungstrakt:

  • ganze, unverdaute Körner im Kot;
  • Durchfall oder dünnerer, voluminöserer Kot, manchmal gelblich;
  • dunkler oder schwarzer Kot, der auf eine Blutung im Magen hinweisen kann;
  • Erbrechen oder Hochwürgen – der Vogel schüttelt oft den Kopf, sodass die Federn um den Schnabel verklebt sind;
  • der Vogel frisst langsam, entspelzt Körner, schluckt aber nur wenige davon.

Allgemeine Anzeichen:

  • Lethargie, Apathie, gesträubtes und ungepflegtes Gefieder;
  • Schwäche, durch die der Vogel schlechter fliegt und unsicher auf der Stange sitzt;
  • schwächere Stimme oder kein Gesang mehr.

Die Krankheit kann monatelang andauern, aber auch plötzlich tödlich enden, besonders wenn es zu einer Magenblutung kommt.

Wann Sie sofort zum Tierarzt sollten

  • der Kot ist schwarz oder teerartig;
  • der Vogel erbricht mehrmals oder hört nicht auf, den Kopf zu schütteln;
  • das Brustbein ist spitz und steht stark hervor;
  • der Vogel sitzt aufgeplustert am Käfigboden und fliegt nicht;
  • er frisst seit mehr als einem Tag nicht;
  • im Bestand sterben die Vögel nach allmählicher Abmagerung einer nach dem anderen.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Der Erreger wird durch mikroskopische Untersuchung von frischem Kot nachgewiesen, in dem die typischen langen, stäbchenförmigen Organismen zu sehen sind. Der Vogel scheidet ihn nicht ständig aus, daher schließt ein negativer Befund die Krankheit nicht aus, und die Untersuchung wird manchmal wiederholt. Der Tierarzt kann auch ein Röntgenbild oder Blutuntersuchungen machen, um den Zustand des Vogels zu beurteilen. Bei einem toten Vogel lässt sich die Diagnose durch eine Sektion sicher stellen, was sinnvoll ist, wenn Sie einen Bestand halten.

Behandlung

Da der Erreger ein Hefepilz und kein Bakterium ist, helfen Antibiotika nicht. Der Tierarzt verschreibt ein Antimykotikum, meist Amphotericin B, das über einen längeren Zeitraum eingegeben wird, manchmal auch andere Antimykotika. Die Behandlung muss vollständig durchgeführt werden, da die Krankheit sonst leicht wiederkehrt. Der Tierarzt erklärt Ihnen, wie und wie lange Sie das Medikament geben, und zeigt Ihnen, wie Sie den Vogel ohne unnötigen Stress halten.

Wichtig sind außerdem unterstützende Therapie, leicht verdauliches Futter und gute Hygiene. Bei stark erschöpften Vögeln kann der Tierarzt Flüssigkeit und Nahrung per Sonde geben. Die Genesung verläuft bei bereits stark abgemagerten Vögeln langsamer, und manche bleiben dauerhaft Träger.

Erste Hilfe und Pflege zu Hause

  • Trennen Sie den kranken Vogel sofort von den anderen.
  • Halten Sie ihn warm, an einem ruhigen, halbdunklen Ort ohne Zugluft.
  • Stellen Sie Futter und Wasser niedrig auf, damit der Vogel sie leicht erreicht.
  • Füttern Sie ihn nicht zwangsweise und träufeln Sie kein Wasser in den Schnabel.
  • Wiegen Sie den Vogel nach Möglichkeit auf einer Küchenwaage und notieren Sie das Gewicht – das hilft dem Tierarzt sehr.
  • Bewahren Sie eine frische Kotprobe für die Untersuchung auf.

Vorbeugung

  • Halten Sie jeden neuen Vogel einige Wochen in Quarantäne und lassen Sie seinen Kot untersuchen, bevor Sie ihn in den Bestand setzen.
  • Spülen Sie Wasser- und Futternäpfe täglich und entfernen Sie den Kot regelmäßig.
  • Vermeiden Sie Überbelegung und plötzliche Veränderungen, die Stress verursachen.
  • Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Ernährung, nicht nur Körner.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig das Gewicht Ihrer Vögel, denn Abmagerung ist das erste Anzeichen.
  • Wird die Krankheit im Bestand bestätigt, vereinbaren Sie mit dem Tierarzt auch eine Untersuchung der übrigen Vögel.

Megabakteriose ist nicht als auf den Menschen übertragbare Krankheit bekannt, dennoch sollten Sie sich nach dem Umgang mit Vögeln immer die Hände waschen.

Fazit

Megabakteriose ist eine Magenerkrankung, die von einem Hefepilz und nicht von einem Bakterium verursacht wird und am häufigsten Wellensittiche betrifft. Ein Vogel, der trotz Fressens abmagert und in dessen Kot ganze Körner zu sehen sind, sollte so schnell wie möglich zur Kotuntersuchung zum Tierarzt. Quarantäne, Hygiene und Gewichtskontrolle sind der beste Schutz für den Bestand.