Hepatitis bei Vögeln: Ursachen, Symptome und Behandlung

Hepatitis bedeutet Leberentzündung. Sie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für Leberschäden, die durch Infektionen, Gifte oder eine lang andauernde schlechte Ernährung entstehen können. Die Leber hat bei Vögeln viele wichtige Aufgaben – von der Fettverdauung bis zur Bildung von Gerinnungsfaktoren –, daher zeigt sich eine Lebererkrankung am ganzen Körper, auch an Schnabel und Gefieder. Da es viele mögliche Ursachen gibt, ist eine tierärztliche Untersuchung unerlässlich.

Was verursacht Hepatitis bei Vögeln?

Infektionen:

  • bakterielle, zum Beispiel Salmonellen, E. coli und Mykobakterien (Geflügeltuberkulose);
  • Chlamydien, die bei Papageien die Psittakose und bei Tauben und anderen Vögeln die Ornithose verursachen;
  • virale, zum Beispiel Herpes- und Adenoviren, bei Papageien auch das Polyomavirus;
  • seltener Pilze und Parasiten.

Gifte:

  • Aflatoxine aus verschimmelten Körnern, Mais und Erdnüssen;
  • Schwermetalle, besonders Blei und Zink;
  • Giftpflanzen, Haushaltschemikalien und manche Medikamente.

Ernährung und Stoffwechsel: Eine lang andauernde reine Körnerfütterung, besonders mit fetthaltigen Samen wie Sonnenblumenkernen, und wenig Bewegung führen zu Fetteinlagerungen in der Leber. Mehr dazu in unserem eigenen Artikel über das Fettlebersyndrom.

Symptome der Hepatitis

Akute Hepatitis, etwa durch eine Infektion oder Vergiftung, kann sich sehr schnell entwickeln. Chronische Hepatitis entsteht über Wochen und Monate, sodass die Anzeichen leicht übersehen werden.

Kot:

  • gelbe oder limettengrüne Urate (der Harnanteil des Kots, der normalerweise weiß ist) – eines der wichtigsten Anzeichen einer Lebererkrankung;
  • Durchfall oder dünnerer Kot.

Schnabel, Krallen und Gefieder:

  • ein überlanger, weicher oder schuppiger Schnabel und zu lange Krallen;
  • Federn von schlechter Qualität, verfärbt oder mit dunklen Streifen, verzögerte Mauser;
  • verstärkter Federverlust, bei manchen Vögeln auch Kratzen oder Federrupfen;
  • Verfärbung und Schuppung der Haut.

Allgemeine Anzeichen:

  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust;
  • Lethargie, Apathie, gesträubtes Gefieder;
  • geschwollener Bauch durch eine vergrößerte Leber oder Flüssigkeit im Bauchraum;
  • Atembeschwerden, weil die vergrößerte Leber oder die Flüssigkeit auf die Luftsäcke drückt;
  • Blutergüsse und Blutungen, zum Beispiel aus dem Schnabel oder beim Krallenschneiden, weil das Blut schlechter gerinnt;
  • bei manchen Vögeln Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit.

Wann Sie sofort zum Tierarzt sollten

  • die Urate im Kot sind gelb oder leuchtend grün;
  • der Vogel atmet mit geöffnetem Schnabel oder der Schwanz wippt beim Atmen sichtbar mit;
  • der Bauch ist geschwollen;
  • der Vogel blutet oder es sind Blutergüsse auf der Haut zu sehen;
  • er frisst nicht und sitzt aufgeplustert am Käfigboden;
  • er hat Krämpfe, verliert das Gleichgewicht oder verhält sich ungewöhnlich;
  • Sie vermuten, dass er etwas Giftiges verschluckt hat, etwa Blei, Zink oder verschimmeltes Futter.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Anhand der Untersuchung wird der Tierarzt eine Lebererkrankung vermuten und sie durch Blutuntersuchungen bestätigen, etwa der Gallensäuren und Leberenzyme. Röntgen oder Ultraschall zeigen die Größe der Leber und Flüssigkeit im Bauchraum. Um die Ursache zu finden, werden Tests auf Chlamydien und andere Infektionen sowie auf Schwermetalle gemacht, manchmal auch eine Leberbiopsie.

Behandlung

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei bakteriellen Infektionen und Chlamydien verschreibt der Tierarzt Antibiotika, bei Schwermetallvergiftung Medikamente, die die Metalle binden und ihre Ausscheidung fördern, und bei Pilzinfektionen Antimykotika. Bei einer Fettleber ist eine schrittweise Futterumstellung entscheidend.

Dazu kommt eine unterstützende Therapie: Flüssigkeit, leicht verdauliches und ausgewogenes Futter sowie leberunterstützende Präparate nach Entscheidung des Tierarztes. Die Leber kann sich gut erholen, wenn die Ursache rechtzeitig beseitigt wird. Geben Sie dem Vogel keine Medikamente oder Leberpräparate auf eigene Faust.

Erste Hilfe, Pflege und Vorbeugung

  • Bringen Sie den kranken Vogel an einen warmen, dunklen und ruhigen Ort und trennen Sie ihn von anderen Vögeln.
  • Füttern Sie ihn nicht zwangsweise und träufeln Sie kein Wasser in den Schnabel.
  • Schneiden Sie Schnabel oder Krallen nicht selbst, da er stark bluten könnte.
  • Werfen Sie alles verdächtige und verschimmelte Futter weg.

Vorbeugung:

  • abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse und hochwertigem Futter, nicht nur Körner;
  • frisches, trocken gelagertes Futter ohne Schimmel;
  • ausreichend Bewegung und Freiflug;
  • Blei, verzinkte Gegenstände, Giftpflanzen und Chemikalien außer Reichweite des Vogels halten;
  • Quarantäne und Untersuchung neuer Vögel.

Übergeben Sie einen kranken Wildvogel einer Auffangstation oder einem Tierarzt, denn Wildvögel dürfen in Kroatien nicht dauerhaft zu Hause gehalten werden.

Ist die Krankheit für Menschen gefährlich?

Die Leberentzündung selbst ist nicht ansteckend, einige ihrer Ursachen jedoch schon. Chlamydien (Psittakose bzw. Ornithose) und Salmonellen können auf den Menschen übergehen. Tragen Sie beim Umgang mit einem kranken Vogel Handschuhe, wirbeln Sie keinen Staub von Kot und Federn auf und waschen Sie sich nach dem Reinigen gründlich die Hände. Wenn Sie nach dem Kontakt mit einem kranken Vogel grippeähnliche Symptome bekommen, gehen Sie zum Arzt und sagen Sie ihm, dass Sie Vögel halten.

Fazit

Hepatitis kann bei Vögeln viele Ursachen haben, von Infektionen und Giften bis zu schlechter Ernährung. Gelbe oder grüne Urate, ein überlanger Schnabel und Gefiederveränderungen sind Anzeichen, die man nicht ignorieren sollte. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser sind die Chancen, dass sich die Leber erholt.