Das Fettlebersyndrom (hepatische Lipidose) entsteht, wenn sich in den Leberzellen zu viel Fett einlagert und die Leber nicht mehr normal arbeiten kann. Am häufigsten betrifft es übergewichtige Vögel, die zu viele Sämereien fressen und sich zu wenig bewegen. Es entwickelt sich langsam, kann im Spätstadium aber lebensbedrohlich sein.
Die Leber verarbeitet das Fett aus der Nahrung. Nimmt ein Vogel über längere Zeit mehr Fett und Energie auf, als er verbraucht, wird der Überschuss in der Leber eingelagert. Die Leber vergrößert sich, wird gelblich und brüchig und erfüllt ihre Aufgaben immer schlechter: Eiweißbildung, Blutgerinnung, Entgiftung des Körpers sowie die Erneuerung von Schnabel und Gefieder.
Die häufigsten Ursachen und Risikofaktoren:
Schnabel und Krallen:
Gefieder und Haut:
Verdauung und Allgemeinzustand:
Späte und schwere Anzeichen: Atemnot durch den Druck der vergrößerten Leber, Zittern, Gleichgewichtsverlust, Krämpfe, lang anhaltende Blutungen selbst aus kleinen Wunden.
Der Tierarzt stellt die Diagnose anhand einer Untersuchung, Blutwerten (Leberwerte, Gallensäuren), Röntgen oder Ultraschall; manchmal ist auch eine Leberbiopsie nötig.
Behandlung:
Wichtig: Entziehen Sie einem übergewichtigen Vogel niemals plötzlich das Futter. Hungern belastet die Leber zusätzlich und kann die Krankheit verschlimmern. Die Futterumstellung muss schrittweise und unter tierärztlicher Aufsicht erfolgen. Kürzen Sie einen überlangen Schnabel nicht selbst, da er leicht blutet – das ist Aufgabe des Tierarztes.
Bei Legehennen heißt eine besondere Form der Krankheit Fettleber-Hämorrhagie-Syndrom. Sie betrifft vor allem Hennen in der Hochleistungsphase, die viel energiereiches Futter bekommen und sich wenig bewegen, besonders bei Hitze.
Wenn Ihre Hühner plötzlich sterben, lassen Sie sie vom Tierarzt untersuchen, um die Ursache festzustellen, denn ähnliche Anzeichen können auch ansteckende Krankheiten hervorrufen, die den ganzen Bestand bedrohen. Vorbeugung bedeutet ein richtig zusammengesetztes Legehennenfutter ohne zu viel Mais und Brot sowie genügend Platz zum Bewegen und Scharren.
Das Fettlebersyndrom ist die Folge von zu fettem Futter und zu wenig Bewegung, und die ersten Anzeichen zeigen sich oft an Schnabel und Gefieder. Wird es rechtzeitig erkannt, kann sich der Vogel mit tierärztlicher Hilfe und einer schrittweisen Futterumstellung gut erholen.