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Storchenküken aufziehen

Aufzucht Vögel

Wie pflegt man ein Storchenküken richtig?

Sie haben einen jungen Storch gefunden und möchten ihm helfen, zu überleben und schließlich in die Natur entlassen zu werden? Die Pflege eines Storches erfordert besondere Aufmerksamkeit und Wissen über seine Bedürfnisse. Dieser Leitfaden gibt Ihnen alle nötigen Informationen, wie Sie einen jungen Storch vom ersten Tag an richtig pflegen, bis er bereit für das Leben in der Natur ist.

Wie erkennt man, ob ein Storch Hilfe braucht?

Bevor Sie eingreifen, ist es wichtig, einen jungen Storch, der Hilfe braucht, von einem zu unterscheiden, der sich nur vorübergehend außerhalb des Nestes befindet

So erkennen Sie es:

Ein Storch, der Hilfe braucht
Hat keine Federn oder ist nur teilweise mit Daunen bedeckt.
Kann nicht auf den Beinen stehen oder bewegt sich kaum. Befindet sich an einem gefährlichen Ort (z. B. an einer Straße, in der Nähe von Fressfeinden).
Ist offensichtlich verletzt oder unterernährt.

Ein junger Storch, der von den Eltern gefüttert wird, also ein Ästling
Ist befiedert und kann hüpfen oder kurze Strecken fliegen.
Befindet sich an einem sicheren Ort (z. B. in der Nähe des Nestes).
Die Eltern sind in der Nähe und kommen, um ihn zu füttern.

Wann sollte man eingreifen?

Ist der Storch in Gefahr (z. B. auf der Straße), bringen Sie ihn an einen sicheren Ort in der Nähe.

Ist der Storch verletzt oder verlassen, kümmern Sie sich um ihn.

Handelt es sich um einen jungen Storch, der von seinen Eltern gefüttert wird, nehmen Sie ihn nicht mit. Die Eltern sind das Beste für sein Überleben.

Was tun, wenn man einen jungen Storch gefunden hat?

Wenn Sie festgestellt haben, dass der Storch wirklich Hilfe braucht, müssen Sie ihm zuerst Wärme und Sicherheit bieten. Junge Störche verlieren schnell Wärme, setzen Sie sie daher in einen Karton mit weicher Unterlage (z. B. Küchenpapier) und stellen Sie ihn an einen warmen Ort.

So wärmen Sie einen jungen Storch:
Verwenden Sie eine auf niedrige Temperatur eingestellte Wärmematte oder eine in ein Tuch gewickelte warme Flasche, damit es nicht zu einer Überhitzung kommt.
Achten Sie darauf, dass der Storch genug Platz hat, um auszuweichen, wenn es ihm zu warm wird.
Die Umgebungstemperatur sollte für junge, noch unbefiederte Störche bei etwa 30-35°C liegen.

Fütterung eines jungen Storches:

Junge Störche brauchen häufige Mahlzeiten, um zu überleben. Füttern Sie sie alle 2 Stunden, von morgens bis abends.

Um ein Storchenküken richtig zu füttern, sollten Sie ihm Nahrung geben, die der natürlichen Beute eines erwachsenen Storches ähnelt. Der Weißstorch ist ein Fleischfresser und ernährt sich in der Natur von Fischen, Wasserinsekten, kleinen Amphibien und kleinen Säugetieren. Für junge Küken:

Junge Weißstörche brauchen vor allem Fisch als Proteinquelle:

Kleine Stücke frischen Fisches wie Sardinen, Rotbarben oder andere kleine Süßwasserfische. Der Fisch sollte in kleine Stücke geschnitten werden, die das Küken leicht schlucken kann.

Gekochter Fisch (wenn Sie keinen frischen haben), gut zerkleinert und ohne Gräten.

Ersatzfutter für Greifvögel (wenn Sie keinen frischen Fisch bekommen), das Fisch und andere Proteine enthält, die das Küken für sein Wachstum braucht.

In der Natur fressen Storchenküken auch kleine Amphibien und andere kleine Tiere, die im Wasser erbeutet werden.

 

Ersatzfutter für Greifvögel

Wenn Sie keinen Fisch bekommen, können Sie Ersatzfutter für Greifvögel verwenden. Diese Mischungen enthalten meist Fisch und andere Proteine, die für die Entwicklung fleischfressender Küken wie des Weißstorches nötig sind.

Fütterung mit der Spritze

Kann das Weißstorch-Küken nicht selbstständig fressen, können Sie es mit einer Spritze ohne Nadel füttern. Drücken Sie die Spritze behutsam und geben Sie dem Küken kleine Futtermengen, sodass es sich nicht verschluckt.

Weißstorch-Küken müssen alle 3 Stunden gefüttert werden, bei sehr jungen Küken auch nachts. Mit zunehmendem Wachstum kann die Zahl der Mahlzeiten verringert und die Futtermenge erhöht werden.

Fisch und andere Beute sollten in kleine, der Größe des Kükens angepasste Stücke geschnitten werden.

Das Futter sollte frisch sein und die richtige Temperatur haben – weder zu kalt noch zu warm.

Weißstorch-Küken beginnen mit etwa 6-8 Wochen selbstständig zu fressen, wenn ihre Fähigkeit, Nahrung zu fangen, ausgereift ist. Bis dahin ist es wichtig, sie regelmäßig zu füttern und dafür zu sorgen, dass sie gesund heranwachsen.

 

Unterbringung und Pflege

Junge Störche brauchen eine geräumige und sichere Umgebung. Bereiten Sie einen großen Karton oder Käfig mit weicher Unterlage (z. B. Küchenpapier) vor. Stellen Sie ihn an einen warmen Ort, aber nicht in die direkte Sonne.

Die Temperatur ist entscheidend: Verwenden Sie eine Wärmematte oder eine in ein Tuch gewickelte warme Flasche, um für gleichmäßige Wärme zu sorgen. Kontrollieren Sie regelmäßig, dass dem Storch weder zu warm noch zu kalt ist.

Vorbereitung auf die Auswilderung:

Wenn der Storch selbstständig wird und Anzeichen von Flugbereitschaft zeigt (z. B. Flugversuche macht und selbst frisst), ist es Zeit, ihn auf die Auswilderung vorzubereiten.

Ablauf der Auswilderung:
Setzen Sie ihn in einen größeren Käfig oder eine Voliere, damit er sich an offenen Raum gewöhnt.
Wählen Sie den richtigen Ort: Lassen Sie den Storch in einem Gebiet mit natürlichen Nahrungs- und Wasserquellen frei, etwa an Sümpfen oder Flüssen. Beobachten Sie ihn nach der Freilassung aus der Ferne, um sicherzugehen, dass er sich gut eingewöhnt hat.

Fazit: Verantwortung und Belohnung

Die Pflege eines jungen Storches vom ersten Tag bis zur Auswilderung erfordert Geduld, Hingabe und Wissen. Doch die Belohnung ist unbezahlbar – zu sehen, wie der Storch gedeiht und schließlich seine Freiheit in der Natur zurückerhält.

Denken Sie daran: Wenn Sie sich Ihrer Fähigkeiten nicht sicher sind, können Sie sich jederzeit an die nächstgelegene Wildtierauffangstation wenden und um Hilfe und Rat bitten.

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