Fasanenküken aufziehen
Fasanenküken von Hand aufziehen – der komplette Leitfaden
Einen jungen Fasan zu finden, der seine Eltern verloren hat, kann eine Herausforderung sein – doch mit der richtigen Aufzucht und Vorbereitung lässt er sich erfolgreich in die Natur zurückführen. Fasane sind Nestflüchter: Sie sind vom Schlupf an mobil und suchen instinktiv nach Futter, brauchen aber in ihrer frühen Entwicklung zusätzliche Hilfe.
Die ersten Tage der Kükenaufzucht
In den ersten Lebenstagen brauchen junge Fasane Wärme, Sicherheit und die richtige Ernährung. Am besten bringt man sie in einem warmen Karton mit einer Unterlage aus Papier oder feinem Stroh bei 35 °C unter; die Temperatur wird dann wöchentlich um 3–4 °C gesenkt.
Die Nahrung sollte in dieser Zeit eiweißreich sein. Sie können spezielles Starterfutter für Fasane und Federwild mit mindestens 28–30 % Protein verwenden. Alternativ können Sie selbst Futter zubereiten, das Folgendes enthält:
Hart gekochtes Ei, fein gehackt oder zerbröselt,
Feinen Maisgrieß, in Wasser eingeweicht,
Gemahlene Insekten und Würmer, etwa Mehlwürmer,
Grünfutter wie fein gehackten Klee oder Löwenzahn.
Wie oft füttern?
In den ersten Tagen müssen Fasanenküken alle 2–3 Stunden fressen, auch nachts. Danach wird die Zahl der Mahlzeiten schrittweise reduziert:
Erste Woche: 6–8 Mahlzeiten täglich,
Zweite Woche: 5–6 Mahlzeiten täglich,
Dritte Woche: 4 Mahlzeiten täglich,
Ab der vierten Woche: 3 Mahlzeiten täglich, bis sie selbstständig fressen.
Wasser muss immer in einer flachen Schale bereitstehen, damit die Küken nicht ertrinken.
Umstellung auf feste Nahrung
Ab der dritten Woche können Fasane gröberes Futter wie kleine Samen, Hirse, Getreideschrot und Obst fressen. Die Zugabe von Sand oder feinem Kies (Grit) unterstützt die Verdauung. Etwa ab der vierten Woche können sie auf die normale Ernährung wilder Fasane umgestellt werden, ergänzt durch gelegentliche Insekten und frische Kräuter.
Die normale Ernährung wilder Fasane
Samen und Getreide: Fasane fressen viele Samenarten, darunter Hirse, Hafer, Mais und Sonnenblumenkerne.
Kräuter und grüne Pflanzen: Fasane fressen verschiedene Gräser, Klee, Löwenzahn, Faulbaum und andere essbare Pflanzen.
Insekten und kleine Gliederfüßer: Fasane fressen außerdem verschiedene Insekten, Regenwürmer, Larven und andere kleine, eiweißreiche Tiere, die vor allem in der Jugend wichtig für ihre Entwicklung sind.
Obst und Beeren: In der Natur fressen Fasane Beeren, Baumfrüchte wie Äpfel oder Brombeeren und andere Früchte.
Steinchen und Sand: Wie viele andere Vögel nehmen Fasane kleine Steinchen oder Kies auf, die bei der Verdauung helfen.
Fasane bevorzugen Nahrung, die in ihrem Lebensraum leicht zu finden ist, etwa auf Wiesen, an Waldrändern und auf Feldern. Ihre Ernährung muss ausgewogen sein, damit sie gesund und in guter körperlicher Verfassung bleiben.
Vorbereitung auf die Auswilderung
Damit sich Fasane erfolgreich an die Wildnis anpassen, brauchen sie eine große Voliere mit naturnaher Umgebung.
Ideal wäre es:
sie schrittweise an die Außentemperatur zu gewöhnen,
natürliches Verhalten wie die Futtersuche zu fördern,
den Kontakt zu Menschen zu begrenzen, damit sie ihre natürliche Scheu behalten.
Auswilderung
Der beste Zeitpunkt für die Auswilderung ist, wenn die Küken 8–12 Wochen alt, vollständig befiedert und in der Lage sind, allein zu überleben.
Die Auswilderung erfolgt am besten:
in den Morgen- oder Abendstunden,
in der Nähe von Feldern, Wäldern oder Schilfgebieten, wo sie Deckung und Nahrung finden,
in kleinen Gruppen, wenn mehrere zusammen aufgezogen wurden.
Fazit
Die Aufzucht eines jungen Fasans erfordert Aufmerksamkeit, die richtige Ernährung und eine schrittweise Anpassung an natürliche Bedingungen. Richtig aufgezogene Fasane haben gute Chancen zu überleben und sich erfolgreich in die freie Wildbahn einzugliedern. Wenn Sie diese Schritte befolgen, geben Sie ihnen die bestmögliche Chance auf ein natürliches Leben.

