Vitamin-D-Mangel bei Vögeln: Rachitis, weiche Knochen und Probleme mit Eiern

Vitamin D3 und Kalzium wirken im Vogelkörper zusammen: Ohne Vitamin D3 kann der Vogel das Kalzium aus dem Futter nicht verwerten, selbst wenn genug davon vorhanden ist. Die Folgen sind weiche und brüchige Knochen, Rachitis bei Jungvögeln und Probleme mit Eiern bei Weibchen. Der Zustand tritt am häufigsten bei Vögeln auf, die ohne natürliches Sonnenlicht in Innenräumen leben, und bei falsch gefütterten Vögeln.

Wie entsteht ein Mangel an Vitamin D und Kalzium?

Vögel bilden Vitamin D3 mithilfe der UVB-Strahlen des Sonnenlichts. Normales Fensterglas lässt nur sehr wenig UVB-Strahlung durch, daher hat ein Vogel, der am Fenster steht, nichts davon.

Die häufigsten Ursachen:

  • Leben in Innenräumen ohne direkte Sonne oder eine geeignete UVB-Lampe
  • reine Körnerfütterung – Körner enthalten wenig Kalzium und viel Phosphor
  • ein falsches Kalzium-Phosphor-Verhältnis (Ca:P) – für die meisten Vögel sollte das Futter etwa doppelt so viel Kalzium wie Phosphor enthalten
  • Jungvögel, die mit Brot, Milch, Fleisch oder ungeeignetem Futter gefüttert werden
  • Weibchen, die häufig Eier legen und dabei viel Kalzium verbrauchen
  • Leber-, Nieren- oder Verdauungserkrankungen

Besonders anfällig sind schnell wachsende Vögel und Vögel, die Eier legen, da ihr Kalziumbedarf am höchsten ist. Bei manchen Arten, zum Beispiel bei Graupapageien, zeigt sich ein niedriger Kalziumspiegel im Blut häufiger durch Zittern und Krämpfe. Bei Geflügel tritt der Mangel auf, wenn Küken und Legehennen Futter bekommen, das nicht für ihr Alter bestimmt ist, oder überwiegend mit Küchenabfällen gefüttert werden.

Symptome

Bei Jungvögeln (Rachitis):

  • verbogene, weiche oder verformte Beine und Flügel
  • ein weicher, biegsamer Schnabel
  • ein verkrümmtes Brustbein
  • unsicherer Gang, Sitzen auf den Fersengelenken, schlechtes Wachstum
  • Knochenbrüche ohne größeren Aufprall

Bei erwachsenen Vögeln:

  • Eier mit dünner, weicher oder fehlender Schale
  • Legenot (Eibindung)
  • Schwäche, Zittern und bei starkem Kalziummangel auch Krämpfe oder Herunterfallen von der Stange
  • Knochenbrüche, Lahmen

Allgemeine Anzeichen: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Apathie, schlechteres und ungepflegtes Gefieder. Diese Anzeichen sind auch bei anderen Krankheiten häufig und bedeuten für sich allein noch keinen Vitamin-D-Mangel.

Wann Sie sofort zum Tierarzt sollten

  • der Vogel Krämpfe hat, zittert oder von der Stange fällt
  • ein Weibchen presst, aufgeplustert am Käfigboden sitzt oder ein Ei nicht legen kann
  • ein Jungvogel verbogene Beine hat oder nicht stehen kann
  • Sie einen Knochenbruch vermuten
  • der Vogel länger als einen Tag nicht frisst

Ein niedriger Kalziumspiegel im Blut kann lebensbedrohlich sein, daher sollte ein solcher Vogel noch am selben Tag untersucht werden.

Diagnose und Behandlung

Der Tierarzt wird Sie nach Fütterung, Licht und Alter des Vogels fragen und ihn untersuchen. Ein Röntgenbild zeigt Knochendichte, Verformungen und Brüche, eine Blutuntersuchung den Kalziumspiegel.

Behandlung:

  • eine Kalzium- und Vitamin-D3-Gabe, die der Tierarzt verschreibt und dosiert
  • Versorgung von Brüchen und Verformungen
  • bei Jungvögeln: richtiges Futter und Ruhe in einem Raum, in dem sie sich nicht verletzen können
  • Umstellung von Fütterung und Haltungsbedingungen

Wichtige Warnung: Geben Sie Ihrem Vogel nicht selbst Vitamin D. Zu viel Vitamin D ist giftig, führt zu Kalkablagerungen in Nieren und Blutgefäßen und kann den Vogel töten. Gefährlich ist auch die Kombination mehrerer Ergänzungsmittel, da viele Pellets und Vitaminmischungen bereits Vitamin D3 enthalten.

Erste Hilfe und Pflege zu Hause

  • Bringen Sie den Vogel an einen warmen, ruhigen, abgedunkelten Ort ohne Zugluft.
  • Entfernen Sie hohe Sitzstangen und legen Sie ein weiches Handtuch auf den Boden, um das Risiko von Stürzen und Brüchen zu verringern.
  • Stellen Sie Futter und Wasser niedrig und gut erreichbar auf.
  • Nehmen Sie einen Vogel mit weichen Knochen so wenig wie möglich in die Hand.
  • Füttern Sie ihn nicht zwangsweise und flößen Sie ihm kein Wasser in den Schnabel.

Wenn Sie ein wildes Vogelküken mit verformten Beinen oder Flügeln gefunden haben, wenden Sie sich an eine Auffangstation oder einen Tierarzt. Wildvögel sind geschützt und in den Händen von Fachleuten am besten aufgehoben.

Vorbeugung

  • Licht: Lassen Sie den Vogel im Freien oder hinter einem Gitter (nicht hinter Glas) in die Sonne, immer mit Schatten, Wasser und unter Aufsicht. Ein Vogel, der in Innenräumen lebt, kann eine UVB-Lampe für Vögel bekommen; tauschen Sie sie nach Herstellerangaben aus, da sie mit der Zeit schwächer wird.
  • Futter: hochwertige Pellets mit Gemüse statt nur Körner.
  • Kalzium: Sepiaschale oder Mineralstein im Käfig, dunkelgrünes Gemüse wie Grünkohl und Brokkoli.
  • Für legende Weibchen: Sprechen Sie mit dem Tierarzt über die Fütterung und darüber, wie sich übermäßiges Eierlegen verringern lässt.
  • Füttern Sie Jungvögel niemals mit Brot und Milch.

Fazit

Ein Mangel an Vitamin D3 und Kalzium führt zu weichen Knochen, Rachitis und Problemen mit Eiern, lässt sich aber mit gutem Futter und UVB-Licht leicht verhindern. Geben Sie Vitamin D niemals auf eigene Faust – über Ergänzungsmittel entscheidet der Tierarzt. Bei Krämpfen, Brüchen oder Problemen mit Eiern holen Sie sofort Hilfe.