Vitamin-A-Mangel (Hypovitaminose A) ist eines der häufigsten Ernährungsprobleme bei Papageien, die überwiegend Körner fressen. Er entwickelt sich langsam, über Wochen und Monate, daher bemerken Halter ihn oft erst, wenn Infektionen auftreten. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung lässt er sich fast vollständig verhindern.
Vitamin A wird für gesunde Schleimhäute in Schnabelhöhle, Nase, Augen, Atem- und Verdauungstrakt, für Haut und Gefieder sowie für die Abwehr von Infektionen benötigt. Fehlt es, verändern sich die Schleimhäute: Sie werden trocken, verdickt und verhornt. Solche Schleimhäute schützen den Körper schlechter, sodass Bakterien und Pilze leichter Entzündungen verursachen.
Die häufigsten Ursachen:
Die Leber kann einen Vorrat an Vitamin A für mehrere Monate speichern. Deshalb zeigen sich die Anzeichen nicht sofort nach einer Futterumstellung, sondern erst, wenn die Reserven aufgebraucht sind. Das bedeutet auch, dass ein Vogel, der eine reine Körnerfütterung scheinbar gut verträgt, bereits einen versteckten Mangel haben kann.
Am anfälligsten sind größere Papageien (Amazonen, Graupapageien, Kakadus, Edelpapageien), das Problem tritt aber auch bei Wellensittichen, Nymphensittichen und anderen kleinen Papageien auf.
Die Anzeichen treten nach und nach auf und sind anfangs oft unauffällig.
Schnabelhöhle, Nase und Augen:
Atemwege:
Haut, Gefieder und Füße:
Allgemeinzustand: schlechterer Appetit, weniger Interesse an der Umgebung, Neigung zu wiederholten Infektionen.
Warten Sie nicht, wenn Sie Folgendes bemerken:
Kleine Vögel verlieren schnell an Kraft – schon ein Tag Warten kann zu viel sein.
Der Tierarzt wird Sie fragen, womit der Vogel gefüttert wird, und Schnabelhöhle, Nasenlöcher, Augen und Füße untersuchen. Bei Belägen oder Knötchen kann er einen Abstrich oder eine Probe nehmen, um festzustellen, ob eine bakterielle oder Pilzinfektion vorliegt. Manchmal sind Blutuntersuchungen oder ein Röntgenbild nötig.
Die Behandlung umfasst in der Regel:
Geben Sie Vitamin A nicht auf eigene Faust. Zu viel Vitamin A ist ebenfalls schädlich und kann Leber, Knochen und Haut schädigen.
Vögel wandeln Beta-Carotin aus Pflanzen in Vitamin A um. Deshalb ist abwechslungsreiches Futter der beste Schutz:
Körner sollten nur ein Teil des Futters sein, nicht die ganze Ernährung. Stellen Sie das Futter schrittweise über mehrere Wochen um und achten Sie darauf, ob der Vogel genug frisst. Werden die Körner plötzlich weggenommen, kann das zum Verhungern führen, besonders bei kleinen Papageien. Wiegen Sie den Vogel nach Möglichkeit ab und zu auf einer Küchenwaage, damit Sie einen Gewichtsverlust rechtzeitig bemerken.
Geben Sie keine Avocado (sie ist für Vögel giftig) und waschen Sie Gemüse gründlich.
Ein Vitamin-A-Mangel entwickelt sich schleichend, hat aber ernste Folgen für Atemwege, Haut und Füße. Wenn Ihr Papagei hauptsächlich Körner frisst, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, schrittweise Gemüse und Pellets einzuführen. Bei Atemproblemen oder Knötchen im Schnabel wenden Sie sich an einen vogelkundigen Tierarzt.