Das aviäre Polyomavirus ist eine ansteckende Viruserkrankung der Papageien, die für Nestlinge und Jungvögel kurz vor dem Selbstständigwerden am gefährlichsten ist. Bei Wellensittichen kann es zu plötzlichen Todesfällen der Jungen führen, und überlebende Vögel behalten oft bleibende Gefiederveränderungen, die als Französische Mauser bekannt sind. Erwachsene Vögel zeigen meist keine Krankheitszeichen, können das Virus aber verbreiten.
Die Krankheit wird durch das aviäre Polyomavirus verursacht. Es kann fast alle Papageienarten infizieren und tritt am häufigsten in Zuchten von Wellensittichen, Nymphensittichen, Unzertrennlichen, Kakadus, Aras und Sittichen (Conures) auf.
Das Virus verbreitet sich:
Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann lange in der Umgebung überleben. Erwachsene Vögel bleiben nach der Ansteckung meist symptomfrei, scheiden es aber zeitweise aus, besonders bei Stress und während der Brut.
Bei jungen Wellensittichen (im Nest, bis etwa drei Wochen alt):
Bei jungen größeren Papageien (in der Zeit des Selbstständigwerdens):
Bei überlebenden Wellensittichen (Französische Mauser):
Erwachsene Vögel haben meist keine sichtbaren Symptome, obwohl sie infiziert sind.
Ist ein Küken gestorben, legen Sie es in einem verschlossenen Beutel in den Kühlschrank (nicht in den Gefrierschrank) und bringen Sie es zum Tierarzt. Die Untersuchung des toten Vogels ist oft der schnellste Weg, die Ursache zu finden und die anderen Küken zu schützen.
Der Tierarzt nimmt Blutproben und einen Kloakenabstrich für einen PCR-Test, der das Virus nachweist. Bei toten Vögeln wird die Diagnose durch Untersuchung der Organe bestätigt. Gefiederveränderungen ähnlich der Französischen Mauser kann auch PBFD (Schnabel- und Federkrankheit) verursachen, daher werden meist beide Krankheiten gleichzeitig geprüft.
Ist in einer Zucht ein Vogel positiv, empfiehlt der Tierarzt meist, alle Vögel zu testen, da erwachsene Virusträger in der Regel völlig gesund aussehen.
Gegen das Polyomavirus gibt es kein Medikament, das das Virus abtötet. Die Behandlung ist unterstützend: Wärme, Flüssigkeit, Hilfe beim Füttern und Behandlung von Begleitinfektionen mit vom Tierarzt verschriebenen Medikamenten. Bei der schweren Form bei Jungvögeln ist die Prognose leider oft schlecht.
Erste Hilfe und Pflege:
Wellensittiche mit Französischer Mauser können ein angenehmes Leben führen. Bei manchen wachsen die Federn mit der Zeit teilweise nach, andere bleiben dauerhaft flugunfähig. Passen Sie den Käfig für einen solchen Vogel an: niedrige Sitzstangen, Leitern und weicher Boden, Futter und Wasser in Reichweite.
Das Polyomavirus ist für Menschen nicht gefährlich.
Das Polyomavirus ist für junge Wellensittiche und Papageien am gefährlichsten, während erwachsene Vögel es ohne Krankheitszeichen tragen können. Quarantäne, Tests neuer Vögel und gute Hygiene sind der beste Schutz für eine Zucht, und bei jedem unerklärlichen Tod von Jungvögeln sollten Sie sich an einen Tierarzt wenden.