Legenot ist ein Zustand, bei dem ein Weibchen ein Ei, das bereits das Ende des Legedarms erreicht hat, nicht legen kann. Es handelt sich um einen Notfall: Kleine Vögel wie Wellensittiche, Nymphensittiche, Kanarienvögel und Zebrafinken können innerhalb weniger Stunden sterben. Wenn Sie eine Legenot vermuten, rufen Sie sofort einen Tierarzt an.
Zum Legen braucht der Legedarm kräftige Kontraktionen, und dafür muss genügend Kalzium im Blut sein. Fällt etwas davon aus, bleibt das Ei stecken.
Die häufigsten Ursachen:
Papageienweibchen können auch ohne Männchen Eier legen, daher tritt das Problem auch bei einzeln gehaltenen Vögeln auf. Am häufigsten betroffen sind Nymphensittiche, Wellensittiche, Unzertrennliche, Kanarienvögel und Zebrafinken, doch Legenot kann auch bei Hühnern, Enten oder größeren Papageien vorkommen. Bei Wildvögeln bemerkt man sie selten, weil man sie meist nicht aus der Nähe beobachtet.
Bei länger andauernden oder wiederholten Problemen kann der Vogel abmagern, und die Haut um die Kloake kann gerötet, geschwollen oder verschmutzt sein.
Bei Verdacht auf Legenot sollten Sie sofort zum Tierarzt, besonders wenn:
Rufen Sie vorher beim Tierarzt an, damit er bei Ihrer Ankunft vorbereitet ist.
Versuchen Sie niemals, das Ei herauszudrücken, indem Sie auf den Bauch drücken. Das Ei kann im Körper zerbrechen, und der Legedarm kann verletzt werden oder vorfallen, was tödlich sein kann. Führen Sie nichts in die Kloake ein und ziehen Sie nicht am Ei. Geben Sie keine Medikamente oder Kalzium auf eigene Faust.
Durch Untersuchung und Röntgen stellt der Tierarzt fest, wo das Ei liegt, wie groß es ist und ob es eine Schale hat. Je nach Zustand verschreibt der Tierarzt Kalzium, Flüssigkeit und Medikamente, die die Kontraktionen des Legedarms anregen. Hilft das nicht, kann das Ei unter Narkose vorsichtig entfernt werden; manchmal wird es zuerst mit einer Nadel entleert und dann die Schale herausgeholt. In schweren Fällen ist eine Operation nötig.
Bei Weibchen, die ständig Eier legen, kann der Tierarzt eine Hormontherapie und Änderungen in der Haltung vorschlagen.
Nach dem Eingriff braucht der Vogel einige Tage Ruhe und Wärme. Achten Sie darauf, ob er frisst und trinkt und wie der Kot aussieht, und gehen Sie zur Kontrolle, wenn der Tierarzt es sagt. Ein Weibchen, das einmal Legenot hatte, ist anfälliger für einen Rückfall, deshalb ist es wichtig, die Ursache zu beseitigen: die Ernährung verbessern, für Licht sorgen und Legeanreize verringern. Wenn Sie merken, dass sich das Weibchen erneut auf das Legen vorbereitet, beobachten Sie es genauer und zögern Sie nicht, den Tierarzt anzurufen.
Legenot ist kein Zustand, bei dem man abwartet, bis er von selbst vorbeigeht. Wärme, Feuchtigkeit und Ruhe können unterwegs helfen, echte Hilfe kann aber nur der Tierarzt leisten. Drücken Sie das Ei niemals heraus – eine gute Ernährung mit ausreichend Kalzium und Licht ist der beste Schutz.