Enteritis bei Vögeln: Darmentzündung, Durchfall und Dehydrierung

Enteritis ist eine Entzündung des Darms. Sie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für einen Zustand, der durch Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze oder verdorbenes Futter ausgelöst werden kann. Das Hauptanzeichen ist veränderter, dünner Kot. Kleine Vögel haben nur wenige Reserven, deshalb führt Durchfall bei ihnen sehr schnell zu Dehydrierung und Erschöpfung.

Was verursacht Enteritis?

  • Bakterien: zum Beispiel Escherichia coli, Salmonellen oder Clostridien, oft durch verschmutztes Wasser und Futter.
  • Viren: Einige Viruserkrankungen, etwa die Paramyxovirose bei Tauben, schädigen auch den Darm.
  • Parasiten: Kokzidien, Trichomonaden, Giardien und Darmwürmer.
  • Pilze: Candida, besonders nach langer Antibiotikagabe.
  • Futter: verschimmeltes oder verdorbenes Futter, zu lange liegendes Obst, plötzliche Futterumstellung, ungeeignetes Futter wie Brot oder Milchprodukte.
  • Gifte: Schwermetalle, Giftpflanzen, Reinigungsmittel.

Stress, Kälte und schlechte Haltungsbedingungen begünstigen die Krankheit.

Wie man Durchfall am Kot erkennt

Normaler Vogelkot besteht aus drei Teilen: geformtem Kot (grün, braun oder dunkler, je nach Futter), weißen Uraten und etwas klarem Urin. Durchfall bedeutet, dass der Kot selbst ungeformt, breiig oder wässrig ist.

Nicht jeder nasse Kot ist Durchfall. Ist der Kot geformt, aber von viel klarer Flüssigkeit umgeben, handelt es sich um vermehrtes Urinieren. Das kommt nach Obst, bei Stress oder bei Nierenerkrankungen und Diabetes vor.

Worauf Sie achten sollten:

  • gelber oder limettengrüner Kot und Urate können auf eine Lebererkrankung oder eine schwere Infektion hindeuten,
  • dunkelgrüner, spärlicher Kot bedeutet oft, dass der Vogel nicht frisst,
  • schwarzer, teerartiger Kot kann auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hindeuten,
  • frisches Blut im Kot weist auf eine Blutung im Darm oder in der Kloake hin,
  • schaumiger oder sehr übel riechender Kot oder unverdaute Körner im Kot sind ebenfalls ein Grund für eine Untersuchung.

Bedenken Sie, dass auch Futter die Farbe verändern kann, etwa Rote Bete, Heidelbeeren oder gefärbtes Futter.

Weitere Anzeichen und Dehydrierung

Mit Durchfall gehen meist Aufplustern, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, verschmutzte Federn um die Kloake und ein ungepflegtes Gefieder einher. Der Vogel trinkt oft vermehrt.

Anzeichen einer Dehydrierung:

  • eingefallene, trübe Augen,
  • faltige, trockene Haut, besonders an den Beinen,
  • zäher Schleim im Schnabel,
  • Schwäche und Unfähigkeit, auf der Sitzstange zu bleiben.

Wenn der Vogel neben dem Durchfall niest, Nasenausfluss hat oder schwer atmet, handelt es sich wahrscheinlich um eine Allgemeininfektion, die mehrere Organe betrifft.

Wann sollten Sie sofort zum Tierarzt?

  • Der Durchfall dauert länger als einen Tag oder der Vogel ist klein, jung oder alt.
  • Im Kot ist Blut oder der Kot ist schwarz und teerartig.
  • Der Vogel frisst nicht, sitzt aufgeplustert da oder kann nicht stehen.
  • Es gibt sichtbare Anzeichen einer Dehydrierung.
  • Neben dem Durchfall erbricht er, atmet schwer oder zeigt neurologische Störungen.
  • Mehrere Vögel erkranken gleichzeitig.

Diagnose und Behandlung

Der Tierarzt untersucht den Vogel und eine frische Kotprobe unter dem Mikroskop und macht bei Bedarf eine bakteriologische Untersuchung, Blutuntersuchungen oder ein Röntgenbild. Bringen Sie zur Untersuchung frischen Kot in einem sauberen Behälter oder auf dem Papier vom Käfigboden mit.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und wird vom Tierarzt verordnet: Antibiotika bei bakterieller Entzündung, Mittel gegen Parasiten, Antimykotika bei Candida. Sehr wichtig ist die unterstützende Therapie: Flüssigkeitsersatz, Elektrolyte, Wärme und Fütterung mit einem speziellen Brei. Eigenmächtig gegebene Antibiotika helfen weder gegen Parasiten noch gegen Viren und können die Entstehung von Candida begünstigen.

Erste Hilfe zu Hause

  • Trennen Sie den Vogel von den anderen und setzen Sie ihn in einen warmen, dunklen und ruhigen Karton oder Käfig ohne Zugluft.
  • Stellen Sie eine flache Schale mit frischem Wasser und sein gewohntes Futter auf den Käfigboden.
  • Träufeln Sie niemals Wasser in den Schnabel und füttern Sie den Vogel nicht zwangsweise, da er ersticken kann.
  • Entfernen Sie Obst, Gemüse und alles Futter, das verdorben sein könnte.
  • Legen Sie den Käfigboden mit weißem Papier aus, damit Sie den Kot beobachten können.
  • Übergeben Sie einen Wildvogel mit Durchfall einem Tierarzt oder einer Wildtierauffangstation, denn Wildvögel dürfen nicht über längere Zeit zu Hause gehalten werden.

Wie kann man Enteritis vorbeugen?

  • Wechseln Sie täglich das Wasser und spülen Sie die Näpfe.
  • Lagern Sie Futter trocken und lassen Sie Obst und Gemüse nicht länger als ein paar Stunden im Käfig.
  • Stellen Sie das Futter schrittweise um.
  • Halten Sie neue Vögel einige Wochen getrennt.
  • Reinigen Sie Käfig und Futternäpfe regelmäßig.

Einige Erreger der Enteritis, etwa Salmonellen, sind auch auf den Menschen übertragbar. Entfernen Sie Kot daher mit Handschuhen, ohne Staub aufzuwirbeln, und waschen Sie sich nach dem Kontakt mit dem Vogel die Hände.

Fazit

Enteritis hat viele Ursachen, doch allen gemeinsam ist das Risiko einer schnellen Dehydrierung. Beobachten Sie den Kot Ihres Vogels, sorgen Sie bei den ersten Anzeichen von Durchfall für Wärme und Ruhe und gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt.