Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung der Bindehaut, der dünnen, rosa Schleimhaut, die die Innenseite der Lider und den vorderen Teil des Auges auskleidet. Bei Vögeln ist sie häufig und manchmal harmlos, ebenso oft aber das erste sichtbare Zeichen einer anderen Krankheit, vor allem einer Atemwegserkrankung. Deshalb sollte man sie auch dann nicht ignorieren, wenn sie mild erscheint.
Die Bindehaut reagiert mit einer Entzündung auf alles, was sie reizt oder infiziert. Bei Vögeln ist das Auge eng mit der Nasenhöhle und den Nebenhöhlen verbunden, sodass sich Entzündungen leicht von den Atemwegen auf die Augen ausbreiten und umgekehrt.
Die häufigsten Ursachen:
Ansteckende Formen werden durch direkten Kontakt, gemeinsame Wasser- und Futternäpfe und Tröpfchen in der Luft auf andere Vögel übertragen.
Die Veränderungen sind meist direkt am Auge gut zu erkennen:
Ist die Ursache eine Infektionskrankheit, treten oft auch allgemeine Anzeichen auf: Lethargie, Apathie, Appetitlosigkeit und Desinteresse an der Umgebung, bei Mykoplasmen und Chlamydien außerdem Niesen, Nasenausfluss sowie pfeifende oder erschwerte Atmung. Ist nur ein Auge entzündet, deutet das eher auf eine Verletzung oder einen Fremdkörper hin, sind beide Augen betroffen, eher auf eine Infektion oder einen Reizstoff aus der Umgebung.
Warten Sie nicht, wenn Sie Folgendes bemerken:
Der Tierarzt untersucht das Auge unter Vergrößerung und kann es mit einem speziellen Farbstoff (Fluorescein) anfärben, um Hornhautschäden zu erkennen. Er nimmt einen Bindehautabstrich zur Untersuchung auf Bakterien, Mykoplasmen oder Chlamydien. Außerdem beurteilt er den Allgemeinzustand des Vogels, die Atemwege und die Ernährung, denn davon hängt die Behandlung ab.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und wird immer vom Tierarzt festgelegt:
Geben Sie dem Vogel keine Augentropfen für Menschen oder Reste alter Medikamente ins Auge. Manche Präparate, besonders kortisonhaltige, können eine Infektion oder einen Hornhautschaden erheblich verschlimmern.
Vorsicht: Ist die Ursache eine Chlamydien-Infektion (Psittakose bzw. Ornithose), kann die Krankheit auf den Menschen übertragen werden. Reinigen Sie den Käfig mit Handschuhen, befeuchten Sie trockenen Kot vor dem Entfernen, damit kein Staub aufgewirbelt wird, und gehen Sie bei grippeähnlichen Symptomen zum Arzt und sagen Sie ihm, dass Sie einen kranken Vogel haben.
Wenn Sie einen Wildvogel mit entzündeten Augen gefunden haben, übergeben Sie ihn einer Auffangstation oder einem Tierarzt. Wildvögel sind in Kroatien geschützt und dürfen nicht dauerhaft zu Hause gehalten werden.
Eine Bindehautentzündung lässt sich bei Vögeln gut behandeln, wenn die Ursache rechtzeitig erkannt wird. Die Augenentzündung ist oft nur der sichtbare Teil einer größeren Erkrankung – achten Sie daher neben Rötung und Ausfluss auch auf Atmung, Appetit und Verhalten des Vogels. Bessert sich der Zustand nicht schnell, gehen Sie zum Tierarzt.