Vögel verlassen sich stark auf ihr Sehvermögen, daher bedeutet jede Veränderung am Auge für sie Stress und Gefahr. Neben der Bindehautentzündung, über die wir in einem eigenen Artikel schreiben, können auch ernstere Erkrankungen das Auge betreffen: Hornhautentzündung, Verletzungen, Schwellungen durch eine Nebenhöhlenentzündung und Veränderungen durch Vogelpocken. Manche davon können das Sehvermögen schnell gefährden, deshalb ist es wichtig, sie rechtzeitig zu erkennen.
Am Auge selbst:
Rund um das Auge:
Allgemeine Anzeichen: Apathie, Desinteresse an der Umgebung, weniger Appetit. Bei einer Sinusitis oft auch Niesen und Ausfluss aus den Nasenlöchern.
Verletzungen und Hornhautgeschwüre können sich innerhalb von ein bis zwei Tagen so verschlimmern, dass der Vogel das Auge verliert.
Der Tierarzt untersucht das Auge mit einer Lupe und einem speziellen Licht und prüft mit Fluoresceinfarbstoff, ob die Hornhaut verletzt ist. Bei Bedarf nimmt er einen Abstrich oder eine Sekretprobe aus der Nebenhöhle, und bei Krusten kann er eine Probe zur Untersuchung einschicken, um Pocken zu bestätigen. Bei einer Schwellung am Auge ist manchmal auch ein Röntgenbild des Kopfes nötig.
Geben Sie selbst keine Tropfen ins Auge, vor allem keine kortisonhaltigen Präparate, da diese bei einer verletzten Hornhaut bleibende Schäden verursachen können. Entfernen Sie Krusten nicht selbst.
Übergeben Sie einen Wildvogel mit Augenverletzung oder Pocken einer Auffangstation oder einem Tierarzt. Wildvögel sind geschützt und dürfen nicht über längere Zeit zu Hause gehalten werden.
Augeninfektionen bei Vögeln können das Sehvermögen schnell gefährden, daher gehört jede trübe Hornhaut, Verletzung oder Schwellung am Auge untersucht. Mit schneller tierärztlicher Hilfe und ruhiger Pflege zu Hause erholen sich die meisten Vögel gut.